Bissverletzungen unter Hunden – Nur ein paar kleine Löcher?

Eine kleine Rauferei mit den Spielkameraden oder eine kurze Auseinandersetzung mit einem nicht so wohlgesonnenen Artgenossen – eine Bissverletzung ist schnell passiert.

Während in manchen Fällen durch ein lappenförmiges Einreißen der Haut und eine blutende Wunde schnell ersichtlich wird, dass eine Versorgung durch den Tierarzt notwendig ist, sind gerade bei schweren Bissverletzungen häufig nur die Einbisslöcher als relativ kleine punktförmige Hautverletzungen zu erkennen.

Grund dafür ist die gut verschiebbare Haut des Hundes. Beim Zubeißen eines Kontrahenten wird die Haut als oberflächliche Gewebeschicht durch den ausgeübten Zug gegenüber den tieferliegenden Gewebeschichten verschoben, sodass nach Ablassen des Angreifers die Haut über den tieferen Verletzungen „zurückschnellt“. Somit sind nur die oberflächlichen Eintrittslöcher der Zähne, nicht aber tiefere Verletzungen sichtbar. Und genau hierin liegt die Gefahr, denn die tiefer liegenden Verletzungen sind oft kaum einschätzbar, selbst lebensgefährliche Einbisse in die Bauch– oder Brustkorbregion können so kaschiert sein.

Wir Tierärzte sagen dann: „Aus kleinen Löchern schaut uns das Grauen an…“

In dem vorliegenden Fall wurde ein Dackel von einem Schäferhund-Mischling in den Brustkorb gebissen. Äußerlich zu sehen waren nur die punktförmigen Hautverletzungen. Die Sondierung der Wunde zeigte schnell, dass erhebliche tiefere Gewebsschädigungen vorliegen müssen. In der sofort durchgeführten Notoperation wurde dann das gesamte Ausmaß der Verletzungen offenbar:  Neben massiven Zerreißungen der tieferliegenden Muskeln waren mehrere Rippen regelrecht zerstört, der Brustkorb eröffnet, ein Teil der Lunge kollabiert und ein Lungenlappen verletzt (siehe Foto). Das Tier konnte in einer mehrstündigen Operation gerettet werden.

Fazit: Es macht aus unserer Sicht Sinn, bei einer Bissverletzung das Ausmaß der Schädigung beim Tierarzt abklären zu lassen, auch wenn man nur „kleine Löcher“ sieht.

Rückenmarksverletzung durch eine Luftgewehrkugel

Einer Katze kann doch so einiges widerfahren, während sie auf ihren Streifzügen unterwegs ist. Ein solcher Fall ist das Katzenkind „Püppi“.
Nachbarn hatten die Besitzer informiert, dass ihre acht Monate alte Püppi verletzt sei. Schon von weitem entdeckten sie ihren Liebling, der sich über ein Feld schleppte und dabei die Hinterbeine nachzog. Die Vermutung, dass die Katze von einem Auto angefahren worden war, lag nahe, da sich unweit eine Hauptstraße befindet. Sofort fuhren die Besitzer mit der Kleinen zu uns in die Klinik.
Weiterlesen