Dopplerechokardiographie-Seminar

Vom 12. bis 14. Juni 2015 fand in unserer Tierklinik zum zweiten Mal ein kardiologisches Intensivseminar mit dem Veterinärkardiologen Prof. Dr. Schneider und seinem Team von der Vet. Uni Gießen statt.

In entspannter Atmosphäre widmeten sich Ausrichter und Teilnehmer über drei Tage hinweg erneut dem Thema der Dopplerechokardiographie.

Wie auch beim letzten Mal wurde von den Teilnehmern besonders gelobt: das hervorragende fachliche Niveau und das Engagement des gesamten Teams, die ausgezeichnete Organisation, die gute Zusammenarbeit mit dem Hotel „Forsthaus am Limberg“ und last but not least die gemeinsame Wanderung durch das Wiehengebirge zum Forsthaus.

Bissverletzungen unter Hunden – Nur ein paar kleine Löcher?

Eine kleine Rauferei mit den Spielkameraden oder eine kurze Auseinandersetzung mit einem nicht so wohlgesonnenen Artgenossen – eine Bissverletzung ist schnell passiert.

Während in manchen Fällen durch ein lappenförmiges Einreißen der Haut und eine blutende Wunde schnell ersichtlich wird, dass eine Versorgung durch den Tierarzt notwendig ist, sind gerade bei schweren Bissverletzungen häufig nur die Einbisslöcher als relativ kleine punktförmige Hautverletzungen zu erkennen.

Grund dafür ist die gut verschiebbare Haut des Hundes. Beim Zubeißen eines Kontrahenten wird die Haut als oberflächliche Gewebeschicht durch den ausgeübten Zug gegenüber den tieferliegenden Gewebeschichten verschoben, sodass nach Ablassen des Angreifers die Haut über den tieferen Verletzungen „zurückschnellt“. Somit sind nur die oberflächlichen Eintrittslöcher der Zähne, nicht aber tiefere Verletzungen sichtbar. Und genau hierin liegt die Gefahr, denn die tiefer liegenden Verletzungen sind oft kaum einschätzbar, selbst lebensgefährliche Einbisse in die Bauch– oder Brustkorbregion können so kaschiert sein.

Wir Tierärzte sagen dann: „Aus kleinen Löchern schaut uns das Grauen an…“

In dem vorliegenden Fall wurde ein Dackel von einem Schäferhund-Mischling in den Brustkorb gebissen. Äußerlich zu sehen waren nur die punktförmigen Hautverletzungen. Die Sondierung der Wunde zeigte schnell, dass erhebliche tiefere Gewebsschädigungen vorliegen müssen. In der sofort durchgeführten Notoperation wurde dann das gesamte Ausmaß der Verletzungen offenbar:  Neben massiven Zerreißungen der tieferliegenden Muskeln waren mehrere Rippen regelrecht zerstört, der Brustkorb eröffnet, ein Teil der Lunge kollabiert und ein Lungenlappen verletzt (siehe Foto). Das Tier konnte in einer mehrstündigen Operation gerettet werden.

Fazit: Es macht aus unserer Sicht Sinn, bei einer Bissverletzung das Ausmaß der Schädigung beim Tierarzt abklären zu lassen, auch wenn man nur „kleine Löcher“ sieht.

Ruhestand

Dr. Langhorst geht in den wohlverdienten Ruhestand. Seit 1995 bestand die erfolgreiche Partnerschaft zwischen Dr. Heinrich und Dr. Langhorst.

Lieber Hartwig,

genieße die kommende Zeit, widme Dich Deinen Hobbys und bleib vor allem gesund und fröhlich.

Nur das Beste wünschen wir Dir!

 

Michael Heinrich und das Team der Tierklinik Preußisch Oldendorf

Fachseminar zur Echokardiographie beim Hund ein voller Erfolg

Am 26.-27. Oktober richtete unsere Tierärztliche Klinik mit Unterstützung der Firma Scil ein zweitägiges praxisorientiertes Seminar zur Echokardiographie beim Hund mit dem Schwerpunkt der Doppleruntersuchung aus. Als Referenten hierfür konnte der renommierte veterinärmedizinische Kardiologe Prof. Dr. Matthias Schneider von der Veterinärmedizinischen Universitätsklinik Gießen und sein Team gewonnen werden.

Nach einer theoretischen Einführung in die Dopplersonographie der Herzultraschalldiagnostik samt Beispieldemonstration, die am Vormittag im exquisiten Ambiente des Hotels „Forsthaus am Limberg“ stattfand, bot der Praxisteil des Seminars in unseren Räumlichkeiten die Möglichkeit, die gewonnenen Erkenntnisse aus der Theorie unmittelbar in die Praxis umzusetzen. Das Seminarangebot selbst richtete sich dabei an Tierärztinnen und Tierärzte aus ganz Deutschland, die bereits über erweiterte Kenntnisse in der Herzultraschalldiagnostik verfügen. So wurde das Seminar auf fachlich hohem Niveau abgehalten und verlangte den Teilnehmern ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und volle Konzentration ab – sogar Hausaufgaben galt es zu bearbeiten.

Damit auch jeder Teilnehmer vor Ort praktische Erfahrungen sammeln konnte, mussten unsererseits vorab Herausforderungen organisatorischer Art gemeistert werden, die vor allem darin lagen, vierzig geeignete Hunde zu finden, die während der Untersuchung mit Hilfe von Herrchen oder Frauchen auf einem speziellen Herzultraschalltisch ruhig liegen bleiben und somit optimale Übungsbedingungen ermöglichen würden. Hierzu wurden in den vorherigen Wochen Freiwillige unter den hiesigen Hundebesitzern gesucht, die neben einem Dankeschön aus Kaffee und Kuchen für Herrchen oder Frauchen und einem Spielzeug für die vierbeinigen Lieblinge auf diesem Weg natürlich auch in den Genuss eines kostenlosen Probeschalls kamen.

Als ein besonderes Highlight nicht-fachlicher Art stellte sich der abendliche Rückweg zum Limberg dar: Die Wanderung samt kleinem Umtrunk am Waldesrand im herbstlichen Wiehengebirge über den historischen Aussichtsturm zurück zum Forsthaus strahlte seine ganz eigene Faszination aus und stieß auf ausgesprochen gute Resonanz.

Insgesamt begeisterte die lockere, familiäre Atmosphäre kombiniert mit einer fachlich hohen Qualität des Seminars sowohl die Teilnehmer als auch uns als Ausrichter. Wir freuen uns daher über die zahlreichen lobenden Stimmen, wie etwa „Hervorragende Referenten“, „Sehr gute Organisation“, „Tolle Atmosphäre“ und „Gerne wieder!“ und bedanken uns nochmals sehr herzlich bei allen Beteiligten und Teilnehmern.

Klinikeigenes CT eröffnet neue diagnostische Möglichkeiten

Seit Januar 2013 verfügt unsere Klink nun zusätzlich zu dem digitalen Röntgen auch über einen Computertomographen – das Somatom Plus 4 der Firma Siemens, ein Spiral-CT.

 

Das Kernstück eines solchen CT-Systems ist die Scaneinheit – auch Gantry genannt, welche während der Untersuchung um den Körper des Patienten rotiert. Dabei sendet eine rotierende Röntgeneinheit Röntgenstrahlen aus, die die verschiedenen Schichten des Körpers durchdringen und in abgeschwächter Form von ebenso rotierenden Detektoren wiederaufgenommen werden. Die Detektoren wandeln die so gewonnenen Informationen in ein digitales Signal um, welches einem Bildprozessor die Berechnung eines hochauflösenden Bildes ermöglicht.
Da der Patiententisch während einer Untersuchung konstant entlang der Längsachse durch das Messfeld der Scaneinheit bewegt wird, können durch die spiralförmige Durchstrahlung viele einzelne Schichtaufnahmen des Körpers gewonnen und überlagerungsfrei dargestellt werden.
Somit erzielt die Computertomographie gegenüber dem „einfachen“, konventionellen Röntgen qualitativ höherwertige Bilder und eignet sich unter anderem gut zur Erkennung von Tumoren und Metastasen, Lungenveränderungen, Veränderungen im Bereich des Mittelohres, der Nase, des Gehirns, Wirbelsäulenerkrankungen, Gelenkserkrankungen und Frakturen. Bei polytraumatisierten Tieren liefert ein CT in relativ kurzer Zeit einen umfangreichen Überblick über die inneren Verletzungen.

 

Doch bei aller Freude über den Erwerb eines CTs zur Erweiterung unserer radiologischen Diagnostik mussten vorab auch einige Hürden genommen werden:
Die Größenordnung dieser Anschaffung, bei der Zeit, Geld und Nerven gefragt waren, kam einem Anbau gleich. Grundvoraussetzung war das Vorhandensein eines geeigneten Raumes, der einer 2-Tonnen-Belastung durch das CT standhalten würde und der durch weitere bauliche Maßnahmen modifiziert werden konnte. So wurden u.a. eine aufwändige Verbleiung des zukünftigen CT-Raumes sowie ein neuer Starkstromanschluss notwendig, denn der bereits für das Röntgen vorhandene Anschluss reichte für das CT nicht aus. Dieser Umstand führte zu erforderlichen Erdarbeiten und der Installation einer neuen Unterverteilung mit neuen Panzerkästen.
Darüber hinaus galt es auch von behördlicher Seite einige Anforderungen zu erfüllen:
Genehmigungen – sowohl der Tierärztekammer als auch der Bezirksregierung – mussten eingeholt werden, spezifische – von der Tierärztekammer anerkannte Fachkunde-Kurse – mit erfolgreichem Abschluss absolviert und mehrere TÜV-Prüfungen (u.a. zum Strahlenschutz) durchgeführt werden.
Nach der Anlieferung des CTs durch Spezialfahrzeuge, erwies sich der Einbau selbst als echte Millimeterarbeit, bei der mehrere Türöffnungen erweitert werden mussten, um die Bauteile des CTs mit einem speziell gefederten Hubwagen unbeschadet in den ausgewählten Raum zu transportieren.

 

Aller Mühe zum Trotz sind wir froh über diese neue Errungenschaft für unsere Klinik und freuen uns, Ihnen mit dem CT neue diagnostische Möglichkeiten eröffnen zu können.